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Archiv für die Kategorie ‘2022’

OPEN SOURCE KITCHEN 2022

16. August 2022 Kommentare ausgeschaltet

VERMEHREN – VERSCHENKEN – VERBREITEN – VERTEILEN – VERKREUZEN – VERZEHREN – VERLIEBEN

Do, 18.08.22 19:00 – 20:00 Saatgutbib-Treffen Zentralbibliothek, Konrad-Adenauer-Platz 1 (3. Donnerstag im Monat)

Sa, 27.08. von 14:00 – 20:00 und So, 28.08. von 12:00 – 18:00 (Kunstpunkte) open source kitchen in der Katzbachstraße 3, Vorstellung des Projekts und Saatgut Mutter Ey 2022

Diese kleine Tomatensorte ist aus einer Zufallskreuzung 2016 auf meinem Balkon entstanden. Ich habe fünf Jahre lang die Samen der leckersten und stabilsten Pflanzen jedes Jahr ausgesucht und im nächsten Jahr wieder ausgesät. Die Mutter Ey ist eine Tomate von und für Düsseldorfer Balkone!

In diesem Jahr haben mir 20 Menschen auf ihren Balkonen und in ihren Gärten dabei geholfen, die Tomate in größerem Stil zu vermehren, so dass wir die Sorte nun vielen Menschen zur Verfügung stellen können. Es funktioniert wie in einem Kettenbrief: Saatgut bekommst du kostenlos mit der Bitte, aus deinen geernteten Tomaten Samen für die Weiterverbreitung zu bewahren für die Saat im nächsten Jahr, für dich und andere. E-Mail an kultur-vor-der-tuer“ät“posteo.de oder komm zum Saatgutstammtisch Zentralbibliothek Düsseldorf am 3.Donnerstag im Monat.

Mögen Balkone, Terrassen, Bürgersteige und Vorgärten Düsseldorfs und anderswo von den Tomatenpflanzen belebt und verziert werden und ihre Tomaten auf unzähligen Tischen genüsslich verzehrt werden! Und mögen alle, die die Mutter-Ey-Tomate bei sich wachsen lassen, eigene Kernchen sammeln, zum Verwahren, Verschenken und Verbreiten!

Saatgut ist Kulturgut, seit vielen Generationen gepflegt, weiter entwickelt, bewahrt.

Das staundende Pflegen und Wachsen – lassen des Lebendigen, (auch das Vergehen-lassen) machen für mich einen wichtigen Teil von kultureller Größe aus. Dem Lebendigen, nicht dem Toten, Ewigen gilt meine schöpferische Arbeit.

Was langsam wächst, wird wirklich gut!

Auszug aus den Rheinauer Thesen:

PFLANZE UND MENSCH

  1. Die menschliche Existenz hängt unmittelbar von Pflanzen ab. Viele Pflanzen können hingegen sehr gut ohne Menschen existieren.
  2. Das Verhältnis zwischen Pflanzen und Menschen ist kulturell und historisch geprägt und daher, wie alles Kulturelle, für Veränderungen offen.
  3. Pflanzen sind die Grundlage für unsere Ernährung. Insofern ist unsere Kultur von Pflanzen nicht zu trennen. Aus diesem Grund verdienen Pflanzen Achtung.
  4. Für das emotionale Leben der Menschen sind Pflanzen wichtig. Ihr Duft, ihre Schönheit, ihre Hege und Pflege liegen uns am Herzen. Sie prägen unsere Gärten und Landschaften.
  5. Wir müssen diese vielfältige Abhängigkeit und Verbundenheit der Menschen mit der Pflanzenwelt neu begreifen lernen. In Alltag und Kunst hat dies bereits begonnen. Auf naturwissenschaftlicher Ebene ist vieles noch nachzuholen.
  6. Welche Beziehungen wir mit Pflanzen eingehen, hat Bedeutung für unsere eigene Lebensweise. Wie wir mit Pflanzen umgehen, reflektiert unseren Umgang mit anderen Lebewesen und mit uns selbst. Der Wert, den wir Pflanzen zuweisen, hängt mit unserem Selbstentwurf zusammen.

Mit der Saatgut-Initiative Düsseldorf und dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt vermehre und verbreite ich „open-source-Seeds“, wozu auch die Düsseldorfer Balkontomate bald zählen wird. Rechte an dieser Tomate anmelden und Anbaugebühren verlangen, beziehungsweise den freien Nachbau verbieten, kann dann niemand. https://www.opensourceseeds.org/ Wir wollen damit unter anderem auf die problematische Entwicklung unserer Saatgut-Kultur aufmerksam machen.

Die Vermehrung und Verbreitung der Düsseldorfer Tomate Mutter Ey ist Teil eines größeren Projekts, der Open-Source-Kitchen. Dazu gehört auch die Saatgut-Bibliothek, jetzt im KAP1 (Zentralbibliothek) ,mit einem monatlichen Treffen zum Austausch über Gärtnern und Saatgutgewinnung an jedem dritten Donnerstag im Monat. Es gibt noch viele weitere Pläne mit vielen Menschen zusammen, die langsam wachsen und sich entfalten.

Gefördert durch ein Künstlerstipendium im Rahmen der NRW-Corona-Hilfen

Saatgut-Bibliothek in die Zentralbücherei KAP 1 übernommen

23. März 2022 Kommentare ausgeschaltet

Im März 2022 ist die Saatgut-Bibliothek vom K20 in die neuen Zentralbücherei Düsseldorf, Konrad-Adenauer-Platz 1 übernommen worden. Sie wird dort dauerhaft stehen.

Am Di, 05.04.22

werde ich einen Einführungsworkshop geben, zum Saatgut-Vermehren einladen, anleiten und motivieren. Ein Stipendium ermöglicht es mir, das Projekt in diesem Jahr zu vertiefen und auszubauen zur

OPEN SOURCE KITCHEN

Vermehren, verschenken, verbreiten, verteilen, verkreuzen, verzehren, verlieben.

c Anne Mommertz

Saatgut-Bibliothek für OPEN SPACE, K20

13. November 2021 Kommentare ausgeschaltet

13.11-2021 – 13.02-2022 Kunstsammlung NRW, Grabbeplatz, Düsseldorf

Die Saatgut-Bibliothek ist Teil des OPEN SPACE „Nichts als Zukunft“, Idee: Michael Bonke und Anne Mommertz, Konzept, Entwurf Anne Mommertz, Holzbau Kunstsammlung NRW / Schreinerei Mielke, Ausstattung mit dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt u. Michael Bonke. Zur Erläuterung habe ich 2 Vorträge + Workshop zum Thema „Saatgut-Kultur – wie es um sie steht und was wir tun können“ gehalten.

Jede*r kann Saatgut + Anleitung zur Vermehrung leihen, selber säen, pflegen, Saatgut gewinnen und dieses dann zurückbringen. Aus einem Samenkorn, das aufgeht und heranwächst, kann man sehr viele Samen gewinnen und wieder zurückbringen. Bei manchen Pflanzen kann man ernten und Saatgut gewinnen, bei manchen erntet man sehr gute Pflanzen nicht, um sie weiter zu vermehren.

Der Zustand unserer Saatgut-Kultur ist ein Beispiel für die Vernachlässigung und Verdrängung unserer lebendigen Kulturgrundlage zu Gunsten einer einseitigen, künstlichen Saatgutgewinnung, die inzwischen dazu geführt hat, dass 80% unserer Saatgutvielfalt verloren ist, dass kaum noch ein Landwirt oder Gärtner eigene Samen nutzt oder gar weiter züchtet, was Jahrtausende lang die kulturelle Aufgabe der Landwirtschaft schlechthin war. Ein großes Thema, mit dem ich mich seit langem beschäftige.

Die Saatgutgewinnung wieder in die Hand nehmen – das kann jeder im Garten oder auf dem Balkon! Die Saatgutbibliothek ist in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt (rot, gelb, grün, blau), je nach Kenntnisstand und Möglichkeiten der Nutzer*innen. Kleine Anleitungs-Zettel zur Vermehrung von 48 verschiedenen Nutzpflanzen sind immer in den Fächern zu finden, auch wenn das Saatgut vergriffen sein sollte.

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